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Montag, 28. April 2008
Sie wurden entlassen: In die Selbständigkeit. Niemand mehr, der Ihnen sagt: „Bitte erledigen Sie das bis heute Mittag.“ Heute sagt der Chef/die Chefin meist: „Sehen Sie zu, dass alles läuft (…und ich keinen Ärger kriege).“ Und was machen Sie? Sie freuen sich. Über die gewonnene Gestaltungsfreiheit. Über die zeitliche Flexibilität. Sie identifizieren sich stärker mit dem Job als früher. Das macht Sie zufrieden. Sie fühlen sich fast wie ein Freiberufler. Gut, dass es abends mal später wird oder Sie am Wochenende auch ohne Rufbereitschaft nach dem Rechten sehen, das gehört eben dazu und das nehmen Sie gern in Kauf. Ja, Sie hätten neben der Anerkennung auch gern mehr Geld bei der gestiegenen Verantwortung. Aber da gibt es ja im öffentlichen Dienst leider wenig Spielraum. Tariferhöhungen im Land, ja, die wären sicher angemessen. Aber wie sollte man die durchsetzen? Die Vorstellung als Freiberufler zu streiken ist ja absurd.

Den Zwiespalt kennen Sie?

Wir beschäftigen uns mit der Frage, wie moderne Führungsmethoden und Arbeitszeitmodelle bei unserer täglichen Arbeit hier an der Universität neue Gestaltungsspielräume bieten, aber auch zu neuen Ansprüchen und Zwängen führen, denen wir nicht wie früher üblich mit Streik, Beschwerden und Personalrat begegnen können. Das Bewusstsein über eigene Interessen und über Methoden ihrer Wahrung ist uns dabei wichtig: Wie kann ich meine Work-Life-Balance verwirklichen und angemessene Arbeitsbedingungen (wie Arbeitszeit und Bezahlung) erreichen? Welche Methoden und Mittel stehen mir dazu zur Verfügung?

Wir treffen uns montags, demnächst am 5. Mai 08 um 12 Uhr im Besprechungszimmer im Erdgeschoss der „Alten Post“, Emil-Wolf-Str. 30. Wir würden uns freuen, wenn wir weitere Menschen finden, die gemeinsam mit uns in diese Diskussion einsteigen wollen. Wenn Sie vorab Fragen haben, können Sie sich an Andrea Unger wenden, Tel. 22893
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